Durch die Realisierung des Bauprojektes „Wohnen mit Pferden“ soll eine neue Form des Wohnbedürfnisses mit Pferden abgedeckt werden. Um einen reibungslosen Ablauf des Betriebs zu gewährleisten, wurde für diese Wohn-Reit-Anlage ein Betreiberkonzept bzw. ein Betriebsablaufschema entwickelt.

Der Anforderungskatalog der Veterinär- und Lebensmittelüberwachung wurde im Betriebskonzept in vielen Punkten zugrunde gelegt, wie z.B. hinsichtlich der Detailangaben zur geplanten Pferdehaltung,  Haltungsform, Auslaufgrößen, Stallgestaltung und Boxenmaße.
Für den Erwerber und Nutzer des Pferdestalls ergeben sich Aufgaben, die er selbst zu erfüllen hat. Einige Arbeiten werden von der für die Anlage zuständigen Verwaltungsgesellschaft durchgeführt, die, ähnlich wie bei einer Wohnungseigentümergemeinschaft, in den ersten Jahren vom Bauträger bestimmt wird. Dieser Verwalter kümmert sich, in Verbindung mit einem hinzugezogenen Pferdefachmann, um die Abwicklung in finanzieller Hinsicht und der Tierhaltung.

Auszüge aus dem Betriebskonzept

Aufgaben innerhalb des Wohn-Reit-Betriebes

 

Leistungsübernahme durch die Wohneigentümer der Häuser / Stallungen

  • tägliches Füttern und Futtereinkauf (Hafer und Heu werden geliefert)
  • tägliches Misten in den vor dem Stall befindlichen 1m³ Mistcontainer
  • tägliches Einstreuen der eigenen Boxen (Stroh wird geliefert)
  • tägliches Reinigen der Paddock Flächen
  • Pflege des eigenen Pferdes
  • Ein- und Ausstallen der Pferde auf die angrenzenden Weideflächen
  • Pflege- und Instandhaltung des eigenen Stallgebäudes
  • Abschluss einer Tierhaftpflicht-Versicherung
  • Bereitstellung eines Ersatzpferdes bei evtl. Tod des eigenen Pferdes innerhalb von 6 Monaten

(Verpflichtung der Pferdehaltung wird über eine Grunddienstbarkeit im Grundbuch abgesichert)

Kostenverteilung hier:
alle hierfür anfallenden Kosten werden vom Wohneigentümer selbst getragen

Leistungsübernahme durch den angrenzenden Reitbetrieb

  • Futterverkauf (Heu und Stroh) aus der eigenen  landwirtschaftlichen Produktion des benachbarten staatlich geprüften Landwirtes Riesener an die Eigentümer
    Kostenabrechnung durch die Verwaltungsgesellschaft
  • Bereitstellung und Pflege aller zur Verfügung stehenden Grundstücksflächen, insbesondere die Weiden- und Ausgleichsflächen
    Kostenabrechnung durch die Verwaltungsgesellschaft
  • Mitnutzung der vorhandenen großen Reithalle (elektronische Öffnung der Halle über Chipkarte)  und dem bestehenden Außenreitplatz
    Kostenabrechnung mit dem angrenzenden Reitbetrieb je nach Nutzung (voraussichtlich mtl. € 50,00)

Bewirtschaftungs- Einzelpunkte, für die eine monatliche Gebühr erhoben wird:

  • Weidegang, falls selber nicht möglich oder in Urlaubszeiten (Abrechnung nach Bedarf)
  • Hallen- und Außenreitplatzbenutzung der Nebenhalle (s.o.)
  • Raufutter (Heu und Stroh, sowie Hafer)
  • Lohn Pferdewirt o.ä. Fachpersonal zur Überwachung der Pflichten der Pferdehalter (z.B. ausreichender Weidegang, Haltung, kranke Pferde etc.)
  • Helferstunden für die Bewirtschaftung der  Anlage
  • Radladerkosten für die Pflege der Halle
  • Bewässerung Halle und Außengelände
  • Mistentsorgung (Stroh)
  • Strom (Beleuchtung Halle und Lampen der Gemeinschaftsfläche)
  • Versicherung Halle (Sturm, Feuer und Hagel)
  • Verwaltung der Gesamtanlage
  • Instandhaltungsrücklage Gemeinschaftsflächen
Weitere Aufgaben der Verwaltungsgesellschaft

Einstellung und Organisation eines Helfers mit folgenden Aufgaben:

  • mindestens zweimal wöchentlich je nach Bedarf: Verteilung von Heu und Stroh zu den Stallungen
  • mindestens zweimal wöchentlich je nach Bedarf: Abfuhr der geschlossenen Minicontainer (1m³) an den Einzelstallungen zum vorhandenen Hauptmistcontainer
  • Instandhaltung der Gemeinschaftsflächen und Wege der Anlage Pflege des Hallenbodens durch Radlader
  • Abrechnung und Organisation der Helferstunden Veranlassung eventueller Reparatur- und Instandhaltungsmaßnahmen Terminierung der Entsorgung des Hauptmistcontainers
  • Bezahlung der Futter-, Entsorgungs- und Allgemeinkosten (wie Strom, Wasser, Wartung des Radladers etc.)
  • Einnahmenüberprüfung der Kostenvorauszahlung der Eigentümer
  • Einnahmenüberprüfung der Instandhaltungsrücklage für Wege und Stallgebäude
  • Jährliche Kostenabrechnung mit den Eigentümern
  • Abschluss von Haftpflicht- und Gebäudeversicherungen
  • Bildung einer Instandhaltungsrücklage
  • Abhaltung von Eigentümerversammlungen bei Bedarf

Die Kosten für den Verwaltungsaufwand bzw. für die genannten die Bewirtschaftungspunkte wurden bereits detailliert als Wirtschaftsplan zusammengestellt.

Für die zwei eigenen Boxen fällt dafür ein Betrag von rund € 180,– im Monat an. Die individuellen Kosten für Stroh, Heu als Raufutter sowie Kraftfutter für das jeweilige Pferd kommen noch hinzu und sind natürlich je nach Bedarf unterschiedlich.

Die Benutzung der nebenan liegenden Reithalle und des Sandplatzes wird mit dem Reitbetrieb abgesprochen und ist keine Verpflichtung. Die Gebühr beträgt ca. € 50,– monatlich und wird mit den Eigentümern abgerechnet.